Wirtschaft in Biographien (15)

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французский экономист Лион Вальрас

6. Léon Walras. Wie Märkte ihr Gleichgewicht finden

Teil I

ПЕРЕД ТЕМ, КАК ЧИТАТЬ

1.Что вы уже знаете? Ответьте на следующие вопросы:

a) Womit beschäftigt sich die Wirtschaftswissenschaft?

b) Warum sind manche Produkte teuer und andere billig?

c) Was bedeuten die Begriffe Angebot und Nachfrage?

d) Kennen Sie berühmte Wirtschaftswissenschaftler oder wirtschaftliche Theorien?

2.Cвяжите понятия с их определениями:

Das Angebot, das Gleichgewicht, die Nachfrage, der Nutzen.

a) ein Zustand, in dem Angebot und Nachfrage gleich groß sind

b) die Menge an Waren, die Menschen kaufen möchten

c) die Menge an Waren, die verkauft werden soll

d) der Vorteil, den eine Sache einer Person bringt

3. Прочитайте название текста и сформулируйте предположение о том, чему посвящен текст, используя следующие выражения:

Ich vermute, dass …

Wahrscheinlich geht es im Text um …

Vielleicht wird erklärt, warum …

4. Прочитайте текст. Я и включила в него после французских слов их фонетическую запись, потому что в немецком языке заимствованные имена и названия произносятся так, как в исходном языке. Не уверена, что вы знаете фонетические знаки, поэтому проверьте произношение по гуглу, например, там в словаре есть возможность услышать произношение каждого слова. Внимательно прочитав текст, составьте аннотацию к нему на немецком языке. Она должна состоять из 4-6 предложений.

Léon Walras. Wie Märkte ihr Gleichgewicht finden

I

Léon Walras [leˈɔ̃ː valˈʁas] wurde am 16. Dezember 1834 in Frankreich geboren. Sein Vater war Ökonom und prägte früh sein Interesse an wirtschaftlichen Fragen. Schon mit vierzehn Jahren wollte Léon Professor für Ökonomie werden. Zweimal bewarb er sich an der École Polytechnique [eˈkoːl pɔlyˈtɛçniːk] (auf Deutsch: Polytechnische Hochschule) in Paris, wurde jedoch wegen mangelnder Mathematikkenntnisse abgelehnt. Er studierte daraufhin Literatur, arbeitete als Journalist und schrieb Romane. 1870 erhielt er mit 36 Jahren einen Lehrstuhl für Politische Ökonomie an der Universität Lausanne [loˈzan]. Heute spricht man in diesem Zusammenhang meistens von Wirtschaftswissenschaft oder Volkswirtschaftslehre.

Bis dahin war Walras unter den bekannten Wirtschaftswissenschaftlern kaum bekannt. Trotzdem entschied sich die Universität für ihn. Ein wichtiger Grund dafür war ein Vortrag über Steuerfragen, den Walras bereits zehn Jahre früher gehalten hatte.

In den folgenden sieben Jahren schrieb Walras sein wichtigstes Werk. Es bestand aus drei Bänden. Sein Titel bedeutet auf Deutsch das ungefähr: „Grundlagen der reinen politischen Ökonomie oder Theorie des gesellschaftlichen Reichtums“.

In diesem Werk untersuchte Walras zuerst ein bekanntes Problem der klassischen Wirtschaftslehre: das sogenannte Wertparadoxon. Dabei geht es um die Frage, warum lebenswichtige Dinge oft billig sind, während weniger wichtige Dinge sehr teuer sein können.

Wasser ist zum Beispiel lebensnotwendig. Kein Mensch kann lange ohne Wasser leben. Trotzdem kostet Wasser normalerweise viel weniger als Gold oder Diamanten. Gold und Diamanten braucht man dagegen nicht zum Überleben. Dennoch sind sie oft sehr wertvoll und teuer. Wie lässt sich dieser scheinbare Widerspruch erklären?

Die klassischen Wirtschaftswissenschaftler versuchten, den Wert eines Produktes vor allem durch zwei Faktoren zu erklären. Der erste Faktor war die Seltenheit. Eine Sache sollte wertvoll sein, wenn es davon nur wenig gab. Der zweite Faktor war der Aufwand, der für ihre Herstellung oder Gewinnung nötig war. Ein Produkt sollte also auch dann einen hohen Wert haben, wenn seine Produktion viel Zeit, Arbeit oder Geld kostete.

Diese Erklärung nennt man eine objektive Wertlehre. Der Wert soll dabei aus Eigenschaften entstehen, die unabhängig von den persönlichen Wünschen eines einzelnen Menschen sind. Doch diese Theorie führte zu vielen Widersprüchen. Sie konnte zum Beispiel nicht vollständig erklären, warum zwei Menschen dasselbe Produkt sehr unterschiedlich bewerten.

Walras suchte deshalb nach einer anderen Lösung. Nach seiner Meinung war der Wert keine rein objektive Eigenschaft eines Produktes. Der Wert hing vielmehr von der Person ab, die das Produkt kaufen oder benutzen wollte. Damit machte Walras den Wert zu einer subjektiven Angelegenheit.

Nach seiner Theorie entsteht der Wert einer Sache aus dem Nutzen, den ein Mensch von dieser Sache erwartet. Ein Produkt ist für eine Person wertvoll, wenn es ein Bedürfnis erfüllt oder ihr einen Vorteil bringt. Derselbe Gegenstand kann für eine andere Person jedoch weniger wichtig sein. Der Wert hängt also nicht nur vom Produkt selbst ab, sondern auch von der Situation, den Wünschen und den Bedürfnissen des Konsumenten.

Ein durstiger Mensch ist zum Beispiel bereit, für ein Glas Wasser mehr zu bezahlen als jemand, der gerade genug getrunken hat. Ein Stück Brot hat für einen hungrigen Menschen einen größeren Nutzen als für eine Person, die bereits satt ist. Der persönliche Nutzen spielt deshalb eine wichtige Rolle bei der Bewertung eines Gutes.

Walras arbeitete dabei mit dem Prinzip des abnehmenden Grenznutzens. Dieses Prinzip lässt sich mit einfachen Beispielen erklären. Wenn jemand Wasser trinkt, Brot isst oder Musik hört, ist die erste Einheit oft besonders wichtig. Der erste Schluck hilft gegen den Durst. Der erste Bissen hilft gegen den Hunger. Die ersten Takte eines Musikstücks können besonders interessant sein.
Auch der zweite oder dritte Schluck bringt noch einen Nutzen. Doch der zusätzliche Nutzen wird normalerweise immer kleiner. Wer schon mehrere Stücke Brot gegessen hat, freut sich über ein weiteres Stück oft weniger als über das erste. Und wer ein Musikstück sehr oft gehört hat, empfindet beim nächsten Hören vielleicht nicht mehr dieselbe Freude.

Diesen zusätzlichen Nutzen einer weiteren Einheit nennt man Grenznutzen. Der Grenznutzen nimmt mit jeder weiteren Einheit ab. Irgendwann nähert er sich null. Dann ist ein Punkt erreicht, an dem ein weiteres Stück Käse, ein weiteres Glas Wein oder eine weitere Wiederholung eines Musikstücks keinen zusätzlichen Vorteil mehr bringt.

ПРОЧИТАТЬ И ПОНЯТЬ

1.Что произошло сначала, а что потом? Пронумеруйте семь предложений в соответствии с последовательностью событий.

Walras erhielt einen Lehrstuhl an der Universität Lausanne.
Er hielt einen Vortrag über Steuerfragen.
Er wurde in Frankreich geboren.
Er schrieb sein wichtigstes dreibändiges Werk.
Er arbeitete als Journalist und schrieb Romane.
Er wollte Professor für Ökonomie werden.
Er bewarb sich zweimal an der École Polytechnique.

2.Ответьте на вопросы к тексту развернутыми предложениями.

Worum geht es beim Wertparadoxon?
Mit welchen zwei Faktoren erklärten die klassischen Wirtschaftswissenschaftler den Wert eines Produktes?
Warum bezeichnet man diese Erklärung als objektive Wertlehre?
Wovon hängt der Wert eines Produktes nach Walras ab?
Was versteht man unter dem Grenznutzen?
Warum nimmt der Grenznutzen mit jeder weiteren Einheit ab?
Was geschieht, wenn sich der Grenznutzen null nähert?

3.Прочитайте примеры и решите, для кого из людей рассматриваемый товар имеет большую, а для кого конечную полезность. Придумайте сами такие ситуации и опишите их по-немецки.

Wasser:Anna ist nach einer langen Wanderung sehr durstig. Ben hat gerade zwei Flaschen Wasser getrunken. Wer ist bereit, für ein weiteres Glas Wasser mehr zu bezahlen?

Brot:Clara hat seit dem Morgen nichts gegessen. David hat gerade zu Mittag gegessen. Für wen hat ein Stück Brot einen größeren Nutzen?

Regenschirm:Greta steht bei starkem Regen auf der Straße. Hanna sitzt bei sonnigem Wetter zu Hause. Für wen ist der Regenschirm wertvoller?

4. Продолжите сложноподчиненные предложения

Da Walras zweimal an der École Polytechnique abgelehnt wurde, …
Obwohl er unter den bekannten Wirtschaftswissenschaftlern kaum bekannt war, …
Da ein durstiger Mensch ein dringendes Bedürfnis hat, …
Je mehr Einheiten eines Gutes eine Person bereits konsumiert hat, …
Wenn sich der Grenznutzen null nähert, …

5. Переведите определения понятий на русский язык.

a. Der Grenznutzen ist der zusätzliche Vorteil, den eine weitere Einheit eines Gutes bringt. b. Der Herstellungsaufwand ist die Menge an Zeit, Arbeit oder Geld, die für die Produktion eines Gutes erforderlich ist. c. Die subjektive Wertlehre ist eine Theorie, nach der der Wert von den individuellen Bedürfnissen und Wünschen eines Menschen abhängt. d. Der Nutzen ist der Vorteil oder die Bedürfnisbefriedigung, die eine Person durch ein Gut erhält. e. Das Wertparadoxon ist der scheinbare Widerspruch, dass lebenswichtige Dinge billig und weniger wichtige Dinge teuer sein können. f. Die objektive Wertlehre ist eine Theorie, nach der der Wert durch Eigenschaften des Produktes bestimmt wird, die von einzelnen Personen unabhängig sind.

6*. Развернуто ответьте на вопросы по-немецки с обоснованием своего ответа.

1) Inwiefern verlief Walras’ beruflicher Weg anders, als er ihn ursprünglich geplant hatte?

2) Warum ist Wasser trotz seiner lebenswichtigen Bedeutung normalerweise billiger als Gold oder Diamanten? Erklären Sie dies mithilfe der im Text dargestellten Theorie.

3) Was ist der wesentliche Unterschied zwischen der objektiven und der subjektiven Wertlehre?

4) Warum kann dasselbe Produkt für zwei Personen einen unterschiedlichen Wert haben?

5) Erklären Sie den Unterschied zwischen Nutzen und Grenznutzen.

6) Nennen Sie ein eigenes Beispiel für das Prinzip des abnehmenden Grenznutzens. Erklären Sie, weshalb der zusätzliche Nutzen in Ihrem Beispiel kleiner wird.

АНАЛИЗ И ТРАНСФОРМАЦИЯ

1.В немецком языке порядок слов играет немаловажную роль, особенно если речь идет о сложных предложениях, соединенных союзами и союзными словами. Проверьте свое знание порядка слов с помощью этого упражнения, сделав из двух предложений одно.

а) Sein Vater war Ökonom. Walras interessierte sich früh für wirtschaftliche Fragen (weil). b) Walras hatte keine ausreichenden Mathematikkenntnisse. Er wurde abgelehnt (deshalb). c) Walras wurde zweimal abgelehnt. Er gab sein berufliches Ziel nicht vollständig auf (obwohl). d) Walras war kaum bekannt. Die Universität entschied sich für ihn (trotzdem). e) Lebenswichtige Dinge sind oft billig. Weniger wichtige Dinge können sehr teuer sein (während). f) Walras hatte einen überzeugenden Vortrag über Steuerfragen gehalten. Die Universität interessierte sich für ihn (da).

2. В каждом предложении содержится одна ошибка. Исправьте её и объясните правила, из-за нарушения которых сделаны ошибки.

Obwohl Walras war kaum bekannt, entschied sich die Universität für ihn. Nachdem er erhielt einen Lehrstuhl, schrieb er sein wichtigstes Werk. Walras wurde abgelehnt, deshalb seine Kenntnisse nicht ausreichten.

3. Преобразуйте Aktiv в Passiv и наоборот.

Die École Polytechnique lehnte Walras zweimal ab. Walras wurde wegen mangelnder Mathematikkenntnisse abgelehnt. Die Universität Lausanne berief ihn auf einen Lehrstuhl. Walras schrieb ein Werk in drei Bänden. Man bezeichnet Politische Ökonomie heute meistens als Wirtschaftswissenschaft. Ein Vortrag über Steuerfragen beeinflusste die Entscheidung der Universität. Das Wertparadoxon wurde von Walras untersucht.

4.а) Соедините предложения при помощи относительного местоимения. Следите за падежом относительного местоимения.

  1. Walras hatte einen Vater. Sein Vater war Ökonom.
  2. Er bewarb sich an der École Polytechnique. An dieser Hochschule wurde er zweimal abgelehnt.
  3. Walras hielt einen Vortrag. Der Vortrag behandelte Steuerfragen.
  4. Die Universität erinnerte sich an den Vortrag. Walras hatte ihn zehn Jahre früher gehalten.
  5. Walras schrieb ein Werk. Das Werk bestand aus drei Bänden.
  6. Er untersuchte ein Problem. Bei diesem Problem geht es um den Wert von Dingen.

4.b) Замените сложноподчиненные предложения с определительными (=относительными) придаточными двумя простыми предложениями.

  1. Walras war ein Wissenschaftler, der sich mit wirtschaftlichen Fragen beschäftigte.
  2. Die Universität, an der er einen Lehrstuhl erhielt, befand sich in Lausanne.
  3. Das Problem, das er untersuchte, war schon lange bekannt.

Номинальный стиль характерен для научных и биографических текстов. В устной речи чаще используются глагольные конструкции. Выполним упражнение, которое поможет нам трансформировать устную речь в письменную и обратно.

5а) Образуйте существительные.

  1. sich bewerben — die
  2. ablehnen — die
  3. entscheiden — die
  4. untersuchen — die
  5. bedeuten — die
  6. berufen — die

5b) Преобразуйте придаточные предложения в предложно-именные конструкции.

  1. Weil seine Mathematikkenntnisse mangelhaft waren, wurde er abgelehnt. — Wegen… .
  2. Obwohl er kaum bekannt war, erhielt er einen Lehrstuhl. — Trotz… .
  3. Nachdem man ihn zweimal abgelehnt hatte, studierte er Literatur. — Nach… .
  4. Als Walras auf einen Lehrstuhl berufen wurde, war er 36 Jahre alt. — Bei… .
  5. Während er das Wertparadoxon untersuchte, entwickelte er seine Ideen weiter. — Während… .

6. Продолжите семью слов.

a) reich — sich bereichern — …

b) die Ökonomie – der Ökonom — …

c) die Wirtschaft — der Wirtschaftswissenschaftler . …

entscheiden — entscheidend — …

untersuchen — der Untersuchungsgegenstand — …

die Gesellschaft — der gesellschaftliche Reichtum — …

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