То, что я люблю

Wirtschaft in Biographien (16)

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Дискуссия на тему: Der freie Markt kann alle Probleme von allein lösen; der Staat sollte sich überhaupt nicht einmischen".

6. Léon Walras. Wie Märkte ihr Gleichgewicht finden

Teil II

ПЕРЕД ТЕМ, КАК ЧИТАТЬ

Давно я не знакомила Вас с очередным уроком пособия об экономистах, предназначенного далеко не только для специалистов, потому что экономика сегодня интересна многим. Ну а текст на немецком языке и упражнения к нему могут пригодиться всем, кто любит немецкий язык и уже достиг продвинутого уровня.

Поэтому продолжим читать и разбирать текст о Леоне Вальрасе и его экономической теории, но сначала сделаем пару предтекстовых упражнений.

1.Сравните два определения понятия. Какое из них вам понятнее? Объясните по-русски, что имеется в виду.

Das Marktgleichgewicht

а) Das Marktgleichgewicht ist der Zustand, in dem Verkäufer genau so viel anbieten, wie die Käufer haben wollen. Es gibt weder Reste noch Mangel.

b) Das Marktgleichgewicht ist der Zustand, in dem die angebotene Menge einer Ware genau der nachgefragten Menge entspricht.

Der Grenznutzen

a) Der Grenznutzen ist der zusätzliche Vorteil, den man bekommt, wenn man noch ein Stück mehr von einer Sache kauft oder verbraucht.

b) Der Grenznutzen ist der zusätzliche Nutzen oder Wert, den eine weitere Einheit eines Konsumguts bringt.

2.Придумайте предложения с такими словами, как der Markt, der Zustand, der Verkäufer, der Käufer, die Ware, die Menge, die Reste, der Mangel, das Angebot, die Nachfrage, der Nutzen, der Wert, der Zusatz, der Verbraucher, das Konsumgut. Чем больше этих слов вы сумеете вставить в одно предложение, тем лучше.

3.Что приходит вам в голову в связи с ниже написанными словами и выражениями?
Personen auf dem Markt —
Aktivitäten / Handlungen —
Faktoren, die den Preis bestimmen —

4.Теперь прочитаем продолжение текста о Леоне Вальрасе

Léon Walras. Wie Märkte ihr Gleichgewicht finden

II

Léon Walras erkannte, dass er vor zwei zentralen Aufgaben stand: Zuerst musste er beweisen, dass ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage überhaupt möglich ist. Danach musste er zeigen, dass dieses Gleichgewicht auch stabil bleibt.

Walras unterteilte die Wirtschaft in verschiedene Märkte: Märkte für Konsumgüter, für Arbeitskraft und Produktionsmittel sowie für Geld und Kapital. Dabei nutzte er das Prinzip des sogenannten Grenznutzens: Jeder Marktteilnehmer – egal ob Privathaushalt oder Unternehmen – möchte mit seinem begrenzten Geld den größtmöglichen Vorteil erzielen. Der beste Zustand für alle ist erreicht, wenn die Menschen ihr Geld so einsetzen, dass der persönliche Nutzen der gekauften Waren genau zu deren Preisen passt. Wenn der Markt im Gleichgewicht ist, ist diese Voraussetzung erfüllt.

Im nächsten Schritt formulierte Walras mathematische Gleichungen für Angebot und Nachfrage auf allen Märkten. Da die Anzahl der Gleichungen mit der Anzahl der unbekannten Größen übereinstimmte, folgerte er: Es muss mindestens eine Lösung geben, bei der alle Märkte gleichzeitig im Gleichgewicht sind.

Das war eine kluge Vermutung, aber noch kein echter Beweis. Erst 1936 bewies der Mathematiker Abraham Wald, dass das wirklich stimmt. Walras erkannte selbst seinen Denkfehler: Er hatte in seinen Rechnungen einfach so getan, als gäbe es die perfekten Preise schon von Anfang an. Er wusste aber noch nicht, wie die Menschen im echten Leben auf diese Preise kommen.

Dafür erfand Walras ein bekanntes Bild: den Auktionator. Dieser ruft zuerst einen zufälligen Testpreis auf und sammelt Angebote sowie Nachfragen der Teilnehmer. Ist die Nachfrage größer als das Angebot, erhöht er den Preis in der nächsten Runde. Ist die Nachfrage kleiner, senkt er ihn. Schritt für Schritt nähert er sich so dem Preis an, bei dem Angebot und Nachfrage genau übereinstimmen.

Diesen Vorgang des Herantastens nannte Walras Tâtonnement /tatɔnˈmɑ̃/, das heißt, der Such- und Abstimmungsprozess.

Wenn sich der Preis auf einem Markt ändert, hat das zwar Auswirkungen auf andere Märkte, doch Walras nahm an, dass diese Einflüsse mit der Zeit schwächer werden. Am Ende stellt sich auf allen Märkten ein Gesamtergebnis ein – und erst dann finden die tatsächlichen Käufe und Verkäufe statt.

Mit diesem Modell löste Walras ein altes Problem der klassischen Ökonomie. Frühere Denker wie Adam Smith glaubten zwar an die „unsichtbare Hand“ des Marktes – also daran, dass egoistisches Handeln am Ende allen nützt –, aber erst Walras zeigte mathematisch, wie dieser Zustand aussehen könnte: Ein Punkt, an dem niemand seine Lage verbessern kann, ohne einem anderen zu schaden.

Walras’ Ideen prägen die moderne Wirtschaftswissenschaft bis heute. Sie bilden das Fundament der Neoklassik: Märkte finden demnach von selbst ihr Optimum, weshalb der Staat für Wettbewerb sorgen und sich sonst möglichst wenig einmischen sollte. Dennoch forderte Walras selbst keineswegs einen reinen Kapitalismus – er verstand sich als „Marktsozialist“.

Zwar sorgt der freie Markt für maximale Wirtschaftsleistung, so Walras, aber er verteilt den Wohlstand nicht automatisch gerecht. In seiner Idealgesellschaft sollte es keine Steuern auf Arbeit geben, damit jeder den vollen Ertrag seiner Fähigkeiten behält.

Stattdessen sollte Grund und Boden dem Staat gehören, der sich über Pachteinnahmen finanziert. Mit diesem Geld sollte der Staat vor allem Bildung und Universitäten finanzieren, damit jeder Mensch die gleichen Chancen hat. Viele spätere Ökonomen ignorierten diesen gesellschaftspolitischen Teil seiner Lehre, nutzten seine mathematische Gleichgewichtstheorie aber weiter.

Die Bedeutung von Walras ist bis heute enorm: 1983 erhielt Gérard Debreu den Nobelpreis, weil er Walras’ Modell mathematisch weiterentwickelt hatte. Viele Experten sagen: Ein Großteil der modernen Wirtschaftstheorie baut direkt auf seinen Gedanken auf.

ПРОЧИТАТЬ И ПОНЯТЬ

1. Вы поняли, о чем этот текст? Тогда выберете из 3 вариантов наиболее точный, на ваш взгляд, заголовок:

a) Warum Menschen ihr ganzes Geld sparen sollten.

b) Warum die Preise in Geschäften ständig steigen.

c) Wie Léon Walras das Gleichgewicht auf Märkten erklären wollte.

2.Ответьте по-немецки своими словами в 2-3 предложениях на следующие вопросы:

а) Welche zwei zentralen Probleme wollte Léon Walras in Bezug auf die Märkte lösen?

b) Welche verschiedenen Märkte nennt der Text?

c) Wann haben die Menschen laut dem Text ihr Geld optimal ausgegeben?

d) Warum sollte Grund und Boden nach Ansicht von Walras dem Staat gehören?

3.Вставьте в предложения данные глаголы в нужной форме:

  1. Jeder Marktteilnehmer möchte aus seinem Budget den größtmöglichen Vorteil __________.
  2. Der persönliche Nutzen der Waren muss im gleichen Verhältnis zu ihren Preisen _______________.
  3. Erst wenn Angebot und Nachfrage übereinstimmen, kann sich ein stabiles Gleichgewicht _______________.
  4. Vor dem Kauf müssen Unternehmen wichtige wirtschaftliche Entscheidungen _______________.

Глаголы: erzielen, stehen, einstellen, schließen, treffen.

4.Объясните по-немецки, почему Вальрас считал себя «рыночным социалистом» (Marktsozialist).

АНАЛИЗ И ТРАНСФОРМАЦИЯ

1.Казалось бы, простые предложения должны быть проще, чем сложноподчиненные. Я вас этому сама учила, когда мы делили сложные предложения на простые. Но это правило годится не всегда. В книжном немецком часто используют сложные отглагольные существительные с предлогами. Это научный (наукообразный) стиль. В разговорной речи вместо них ставят обычные глаголы и придаточные предложения (weil, wenn…) или инфинитивные обороты. Например: Nach dem Ausgleich von Angebot und Nachfrage sinkt die Spannung. — Wenn sich Angebot und Nachfrage ausgleichen, sinkt die Spannung.

Вот только тем, кто учит немецкий язык, в таком случае мешает фиксированный порядок слов, Тут нужно просто основательно потренироваться:

a) Bei steigenden Preisen verzichten viele Konsumenten auf den Kauf dieser Güter. — Wenn die Preise ____________________, ____________________ viele Konsumenten diese Güter nicht mehr.

b) Zur Erreichung des optimalen Nutzens vergleichen Menschen alle Angebote. — Die Menschen vergleichen alle Angebote, um ____________________.

с) Trotz der Begrenztheit des Budgets möchten Firmen neue Maschinen anschaffen. — Firmen möchten neue Maschinen kaufen, obwohl ____________________.

2.Длинные причастные обороты перед существительным характерны для научных текстов. В устной речи их заменяют на простые определительные придаточные (с der / die / das).
Например: das von Walras entwickelte mathematische Modell — das Modell, das Walras entwickelt hat.

a) Das auf allen Märkten existierende Gleichgewicht ist stabil. — Das Gleichgewicht, das _______________________________________, ist stabil.

b) Die von den Haushalten nachgefragten Produkte werden sofort verkauft. — Die Produkte, die ________________________________________, werden sofort verkauft.

c) Die für die Produktion benötigten Rohstoffe sind sehr teuer. — Die Rohstoffe, die man ________________________________________, sind sehr teuer.

3.Пассив и конструкции типа „lässt sich lösen“ звучат сухо и официально. В беседе мы чаще говорим, используя актив с подлежащими „wir“, „man“, „die Forscher“ или конкретных людей. Например, Dieses Problem lässt sich durch einfache Formeln lösen. — Man kann dieses Problem durch einfache Formeln lösen.

a) Die Preise müssen an die reale Nachfrage angepasst werden. — Man muss__________________________________________________.
b) Diese mathematische Lösung ist leicht zu beweisen. — Man kann ____________________________________________.
c) Von Walras wurden vier verschiedene Marktbereiche unterschieden. — Walras hat _____________________________________.

4.А вот то, что мы уже привыкли делать и делаем легко. Сложные предложения с несколькими придаточными тяжело воспринимать на слух. Разбейте их на короткие, ясные фразы. Используйте при этом связки типа deshalb, aber, dann.

Da die Konsumenten nur über ein begrenztes monatliches Einkommen verfügen, müssen sie genau abwägen, welche Produkte ihnen den höchsten Vorteil bringen, damit sie ihr Geld nicht für unnötige Waren verschwenden.
Предложение 1: Die Konsumenten haben nur __________________________________________________.
Предложение 2: Deshalb müssen sie genau überlegen, ________________________________________.
Предложение 3: Sie wollen ihr Geld nämlich nicht __________________________________________.

5.Экономические термины часто строятся от базовых глаголов. Образуйте правильное существительное с артиклем от глаголов: entscheiden, ausgleichen, handeln, verteilen. Обязательно проверьте свои ответы по словарю. Обратите особое внимание на глагол «handeln».

ОБСУЖДЕНИЕ И ДИСКУССИЯ

1.У меня есть три тезиса, по поводу которых можно было бы поспорить. Надеюсь, вы не забыли, какие словосочетания следует при этом использовать?

Eigene Meinung äußern: Meiner Ansicht nach… / Ich bin der festen Überzeugung, dass… / Aus meiner Sicht ist es so, dass…
Zustimmen: Da haben Sie / hast du völlig recht. / Diesem Argument kann ich mich nur anschließen. / Das sehe ich ganz genauso.
Widersprechen: Das stimmt zwar bis zu einem gewissen Punkt, aber… / Da bin ich anderer Meinung. / Ich bezweifle, dass…
Nachfragen / Konkretisieren: Wie meinst du das genau? / Könntest du dafür ein praktisches Beispiel nennen?

Спорить можно вдвоем, в двух или нескольких группах и даже в одиночку, защищая свое мнение против невидимого собеседника. Правда, в таком случае переспрашивать будет не у кого.

а) These 1: «Die Konsumenten handeln heute völlig rational und kaufen nur Dinge, die sie wirklich brauchen».
b) These 2: «Der freie Markt kann alle Probleme von allein lösen; der Staat sollte sich überhaupt nicht einmischen».
c) These 3: «Werbung manipuliert den Grenznutzen: Sie bringt uns dazu, für wertlose Dinge viel Geld zu bezahlen».

2.А теперь попробуем вспомнить о себе историю, когда мы покупали что-то, что радовало нас только в момент покупки или всего несколько дней. Пусть каждый расскажет свое, ведь все мы люди и реагируем на рекламу, ажиотаж и уговоры других людей. Думаю, что истории будут интересными.

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